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Bericht vom 19.09.2019:
Enkeltrick und falsche Polizei
Mehle - Die Kriminal-Hauptkommissarin Gabriele Freier war zu einer Informationsveranstaltung in das evangelische Gemeindehaus gekommen, um die DRK-Mitglieder über Gefahren an der Haustür oder am Telefon zu informieren. Nach einer gemütlichen Kaffeetafel gab sie Hinweise auf ausgefallene Tricks, die heute von Kriminellen genutzt werden, um vorwiegend ältere Menschen zu überfallen und auszurauben. Sie forderte die Anwesenden zu einem gesunden Misstrauen auf. Wenn Zweifel vorhanden sind, nimmt die Polizei gerne die Anrufe von unsicheren Menschen entgegen. Dazu gibt es gewisse Fakten, die man sich merken kann. Ein Polizist ruft niemals über die Telefon-Nr. 110 an. Er fordert auch niemals, dass der Senior Bargeld und Wertsachen bei der Polizei abgeben soll. Den zweifelnden Bürgern hilft die Polizei gerne, wie Gabriele Freier erläutert. Sie ist die Leiterin des Präventions-Teams für Senioren. Sie hat bereits 38 Berufsjahre bei der Polizei absolviert und ist in alle üblen Tricks eingeweiht und läßt sich nicht hinters Licht führen. Dabei hatte sie allerhand praktische Beispiele parat, die sie sehr demonstrativ vorführen konnte.
Dabei sind Tricks wie: „Kann ich mal auf Ihre Toilette gehen?“ Oder „Haben Sie mal ein Glas Wasser für mich?“ oder „Können Sie mal einen Zettel schreiben an die Nachbarin, die gerade nicht da ist. Dazu komme ich mal in Ihre Wohnung“. Ein Sperrbügel an der Wohnungstür könnte hilfreich sein, um den Besucher nicht hereinführen zu müssen oder aber eine Kette. Es werden immer neue Vorwände erfunden, um in die Wohnung zu gelangen und nachher fehlt Bargeld oder der Schmuck. Dazu wird auch noch ein anderer Trick angewandt. „Wir haben doch mal zusammen im Krankenhaus gelegen“. „Du warst doch mal meine Kollegin“. So soll eine Vertrauensbasis aufgebaut werden. Oder der Kriminelle bringt einen Blumenstrauß für die Nachbarin mit und bittet um eine Vase. Der Fuß hält dabei die Tür auf. So gibt es immer wieder neue Vorwände um die Barriere zu überwinden. Ein Original von einem Telefon hatte Freier auch zur Verfügung: Ich brauche Geld, kannst Du mir helfen? Wieviel hast Du denn zu Hause? 10.000 € und 50.000 € auf der Bank. Gabriele Freier ist aber darüber informiert, dass die Banken inzwischen diese Tricks kennen und eine Seniorin, die 50.000 € abheben will, warnt. „In der Schweiz sind diese Vorfälle stark zurückgegangen, weil die Banken aufpassen. Das Geburtsdatum ist eine gute Möglichkeit, um den Anrufer zu irritieren oder sonstige Nachfragen nach anderen Verwandten. Die Anrufer sind sehr gerissen.
Die Seniorin oder der Senior sollten ihre Scham überwinden und sich der Polizei anvertrauen. Dann können sie auch dazu beitragen, dass diese Überfälle aufgeklärt werden und dann nachlassen. Die Täter suchen sich oft Adressen aus mit älteren Vornamen oder sie suchen nach kurzen Telefonnummern, die schon älter erscheinen. Die Tricks gehen soweit, dass der Täter behauptet, dass die Polizei die Wertsachen in Obhut nehmen wird. „Wir holen alles ab; stellen sie alles auf die Mülltonne vor der Tür“. Die Täter wollen angeblich helfen, und das überzeugt viele Menschen. Die Kriminalkommissarin sagt: „Unser Beruf wird in den Dreck gezogen!“ Der Schaden ist immer groß, dabei gibt es eine „Dunkelziffer aus Scham“. Die Polizei fordert die Menschen auf bei „Bargeld und Schmuck“ äußerstes Misstrauen anzulegen. Dann sofort die Polizei einschalten. „Ein besonderer Tipp ist es auch, sich am Telefon niemals unter Druck setzen zu lassen! „Die Polizei ist immer erreichbar - 24 Stunden lang - „und nichts vor die Tür stellen!“ „Wenn etwas merkwürdig erscheint, sofort anrufen!“ Auch die Kaffeefahrten mit überhöhtem Preis sind noch immer auf Kunden aus. Pflasterarbeiten werden auch zu hohem Preis versprochen sowie ein zu hoher Betrag für einen Schlüsseldienst“. Man kann bei den Tätern auch mit einem großen „schauspielerischem Talent“ rechnen.
Ein wichtiger Tipp ist auch, keine Wertsachen und kein Bargeld im Auto liegen lassen. „Die körperliche Unversehrtheit ist allerdings das Allerwichtigste“, so Gabriele Freier. „Orte mit viel Gedränge sind bevorzugt, dann sollte man das Geld auf Mann und Frau verteilen.“ Sie wiederholte noch einmal, „dass die Polizei 24 Stunden für den Bürger da ist. Dazu gibt es auch die 'Opferhilfe' und den 'Weissen Ring'. Infos dazu gibt es an der Polizei-Dienststelle.
Zum Schluss bedankte sich die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Gabriele Warnecke bei Gabriele Freier für die recht munter vorgetragenen Beispiele zur Vorsorge.

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