-Suche im Archiv:

Suchbegriff: in einem Bericht aus dem Jahr:

Bericht vom 25.06.2019:
„Ohne Gott gäb es nicht einmal die Sonne“
Mehle - Zum festlichen Gottesdienst aus Anlass des Fronleichnamsfestes in der St. Marien-Kirche zu Mehle, -dem Hochfest des Leibes und Blutes Christi- waren viele Gläubige aus Gronau, Lauenstein, Elze und Mehle gekommen. In seiner Predigt ging Pfarrer Dr. Christian Wirz darauf ein, dass die Gläubigen am Gründonnerstag zur Einsetzung des Allerheiligsten von großer Trauer über den Abschied versammelt waren. Man war sich einig, über die Entscheidung, dass es sich wegen der Trauer an Gründonnerstag nicht geziemt, eine prunkvolle Veranstaltung daraus zu machen. So liegt die Feier als Fest der Freude in der ersten Oktav nach dem Pfingstfest. Meistens -wie hier auch in Mehle- wird das Fest am darauf folgenden Sonntag gefeiert. Pastor Dr. Christian Wirz ging in seiner Predigt auf den Kapuziner-Pater Pio von Pietrelcina (1887-1968) aus Italien ein, der viele Gläubigen aufhorchen ließ. Denn dabei kommt die Erinnerung auf, dass wenn Pater Pio in den 50er und 60er Jahren eine Predigt in der Nähe hielt, dann strömten so viele Gläubige in die Kirche, dass die meisten Gläubigen vor der Tür stehen mussten. Er hatte 4 Geschwister, die auch alle ins Kloster gegangen sind. Er wurde später heilig gesprochen. Heute gibt es auch einen Film über ihn.
Wie Pfarrer Wirz ihn zitierte, soll er gesagt haben: „Eher könnte die Welt ohne Sonne bestehen, als ohne Heilige Eucharistie. Das Bild der Sonne ist wie Eucharistie, Sonne, Licht und Leben, eine weiße Wand vom Licht der Sonne bestrahlt. „Wenn wir die Sonne anschauen, brauchen wir eine Spezialbrille, um nicht zu erblinden, weil von dort Licht und Wärme kommen. Wenn die Sonne aufhören würde zu scheinen, würden wir vor Kälte ersticken“. Im Kelch mit Brot und Wein ist „Liebe“ drin, „Freundlichkeit“ und „Zuneigung“. In Brot und Wein steckt der Segen Gottes. 5.000 Männer kamen zur Brotvermehrung, das wurde zu mehr als nur zur Erquickung. Denn Gottes Gaben sind mehr als nur Nahrung. Zum Schluss waren noch 12 Körbe mit Krümeln übrig. Brot und Wein ist die Quelle aller Liebe, daher wurde zu Fronleichnam auch die Eucharistie in zwei Gestalten an der Mehler Kommunionbank ausgeteilt, in Form von Brot und Wein, „das ist Quelle dieser Liebe“, so Wirz. „Ohne Liebe Gottes könnten wir nicht leben, Ohne Gott gäb es noch nicht einmal die Sonne“, so Wirz.
Bei schönem Wetter konnte die Fronleichnams-Prozession dann durch die Feldmark von Mehle durchgeführt werden, wobei zwei Katholiken ihr Grundstück zur Verfügung gestellt hatten für Altäre; ein weiterer Altar wurde in der Feldmark aufgebaut; als vierten Altar mit Ausklang wird regelmäßig der Altar im Kirchenschiff mit „Tedeum und sakramentalem Segen“ vollzogen. Dazu wird das lateinische Lied gesungen: „Tantum ergo sacramentum, venerémur cernui, et antiquum documéntum novo cedat rítui; praestet fides supplemémentum, sénsuum deféctui.“
Angeführt wurde die Prozession von einem Messdiener mit einem blumengeschmückten Kreuz, dann folgten die anderen Messdiener vor dem Baldachin, der von vier großen starken Männern getragen wurde, gefolgt von den diesjährigen Kommunionkindern, und Fahnenträgern christlicher Organisationen schlossen sich dem Zug an, dann folgte die Gemeinde.
Während das Allerheiligste in der Monstranz von Pfarrer Dr. Christian Wirz im Wechsel mit dem indischen Pfarrvikar Shijo Joseph würdig unter dem Baldachin getragen wurde, begleitete der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Gronau mit Blasmusik die sieben Fronleichnamslieder des sehr langen Prozessionszug durch die sommerliche Natur.
An jedem Altar hielt der Zug an, um Gebete und Psalmen zu sprechen. Dann wurde an allen Altären im Ort den Gläubigen der Segen mit der Monstranz erteilt. Die Prozession sollte dabei das wandernde Gottesvolk darstellen.
Die Josephs-Gemeinde Gronau mit ihren Kirchorten konnte an Fronleichnam nach 10 Jahren das letzte Mal ein Fest mit ihrem Geistlichen Dr. Christian Wirz feiern. Eine Woche später wird der Abschied gefeiert, damit der Geistliche eine höhere Aufgabe - auf Wunsch des Hildesheimer Bischofs Heiner Wilmer - als Propst in Hannover übernehmen kann.
Einen fröhlichen Ausklang fand das schöne Fest, wo sich die Gemeindeglieder zu einem Gedankenaustausch mit Leckereien vom Grill mit Salaten bzw. Kaffee und Kuchen an Festzelttischen trafen.

Historischer Hintergrund:
Das Fest der „leiblichen Gegenwart Christi in der Eucharistie“ wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich in der Basilika St. Martin gefeiert, und 1264 von Papst Urban IV durch die Bulle „Transiturus de hoc mundo“ zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Auslöser dafür war ein Blutwunder, das von ihm in 1263 anerkannt worden war. Die katholische Kirche lehrt, dass in der heiligen Messe die eucharistischen Gestalten durch die Wandlung wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt.

Klicken Sie auf ein Foto, um es zu vergrößern!

Alle Fotos zu diesem Bericht als Diashow ansehen

[Seitenanfang]  [Zurück zur Startseite]  [Zum Archiv]


[Home]  [Haftungsausschluss]  [Impressum]  [Kontakt 
Copyright 2001-2012 Elzer-Spiegel.de